Der 12. Schritt


Der Held als Meister beider Welten


 

Ich weiß nicht, woran es lag, dass ich mich für kostenlos entschied. 

10.000 Euro investieren, und dann alles kostenlos hergeben!?

Ja, genau so machte ich es.

Vielleicht war es… Eitelkeit? 

Baby, es war auf jeden Fall Eitelkeit!!

Nach einer weiteren schlaflosen Nacht entschied ich „mutig“, dass mein Marketing Goldrausch nicht mehr zum Verkauf stünde.

Es war der Moment meiner Heldenreise, an dem ich zu wählen hatte zwischen „Eigennutz, also schnelle Kohle“ und „höherem Zweck.“

Ich entschied mich für den „höheren Zweck.“

Ich veröffentlich alle Videos gratis. 

Wer würde schon Videos von einem gänzlich unbekannten Menschen wie mir kaufen?

Die Frühbucher, die bereits Geld berappten, erhielten natürlich sofort ihre Kohle zurück.

Ehrlich: Was will ich mit 200 Euro? 

Oder mit 2000 Euro?

2000 schnelle Euro können nicht annähernd das Selbstbewusstsein aufwiegen, das ich seitdem entwickelte angesichts der anerkennenden und erhebenden Worte von Tausenden von Zuschauern.

Mir sind Tonnen neuer Abonnenten lieber (und wichtiger) als ein paar Dutzend „Sofort-Kunden“… !!! 

Auf längere Sicht würde nämlich sehr viele dieser Abonnenten ohnehin Kunden werden – vor allem wenn Sie den Goldrausch fertig geguckt hätten – darauf wettete ich. 

Ich würde recht behalten. Die Mehrheit der Goldrauschlinge haben irgendwann später irgendwas von mir gekauft – oft einfach aus Neugier.

Dies bestätigt im übrigen die Regel, die ich im „JFK“-Video verkündete. „Überlege nicht, was die anderen für dich tun können, sondern was du für die anderen tun kannst.“ 

Die aktualisierte Regel lautet: „Gib den Menschen KOSTENLOS, was sie brauchen, und die Welt wird es die SPÄTER lohnen.“

Bitte beherzige diese Regel, sie ist pures Gold wert. 

You can never give away enough of your best material… 

Schritt 12 – Der Held als Meister beider Welten

Der Held bringt den Schatz (auch „Das Elixier“ genannt) mit in seine Welt.

Doch er behält ihn nicht für sich – er teilt ihn mit den Anderen.

Dies verleiht seiner Reise einen größeren Sinn.

Jetzt ist er ein anerkannter Held. 

 

Jede Heldenreise kommt irgendwann an ihr Ende, und der Held ist wieder da, wo er angefangen hat.

Mit dem Unterschied, dass er nicht mehr derselbe Mensch ist. Er ist aufgebrochen als Mensch, und heimgekehrt als Held – was immer „daheim“ auch bedeuten mag. 

Auch meine Reise kommt nun an ihr Ende. Doch sie wäre nicht vollständig – und sie wäre keine Heldenreise! – wenn sie nicht auch durch die 12. Etappe gegangen wäre.

Der Kreis muss sich unbedingt schließen!

Deswegen bietet es sich an, ein Motiv aus dem Anfang des Films aufzugreifen, und am Ende des Filmes zu benutzen.

In meinem Fall war das der Ford SUV. Im ersten Bild liege ich vor dem Ford. In der letzten Szene schreite ich um den Ford herum, bedanke mich sogar bei ihm (!) und setze mich ein letztes mal ans Steuer.

Jeder Zuschauer, der es bis zu diesem Bild geschafft hat, hat eine lange Reise mit mir gemacht, und betrachtet mich nun als einen Bekannten.

Mehr Goldrausch-Zuschauer haben in ihrem Leben mehr Zeit mit mir und meinen Kalifornien-Videos verbracht als seit 10 Jahren mit ihrem Chef… 

Ist dir klar wie bedeutsam das ist?

Halten wir noch einmal inne, und verfolgen wir den genauen Ablauf der Dinge:

Da nun das Feedback der 50 Frühbucher auch zu den restlichen Videos durchgehend super war, entschied ich, alle meine ca. 3.000 Abonnenten zu jenem Zeitpunkt auf meine nun vollständig kostenlose Goldrausch-Webseite zu schicken. 

Das war dann der „große“ Launch.

Zunächst spekulierte ich noch, die eintrudelnden tollen Kommentare vielleicht doch als Verkaufsargument zu benutzen, um die Serie am Ende doch noch kostenpflichtig zu machen – aber inzwischen hatte ich dann doch begriffen und verinnerlicht, dass der Wert dieser Serie gerade in ihrer Großzügigkeit lag.

Wenn die Gier besiegt ist, wachsen Blumen auf ihren sterblichen Resten.

Heute bin ich sehr sehr froh darüber, dass sich meine Goldrausch-Serie Verletzlichkeit und Authentizität auszeichnet UND dass man als Zuschauer dies alles gratis bekommt……..

GRATIS heißt: Kostenlos, aber im Tausch gegen eine E-Mail-Adresse, an die ich meine neuesten Produktvorschläge senden darf. Klar, denn ich bin Geschäftsmann und Unternehmer, ich bin profitorientiert, und keine Wohlfahrtsorganisation.

 

 

Dank Facebook-Button, Mund-zu-Mund-Propaganda und E-Mail-Buschfunk machte der Goldrausch in der „Online-Marketing“-Szene die Runde.

Vier Wochen nach dem „großen“ Launch war ich der glücklichste Mensch der Welt. Ich bekam wahnsinnig viel Zuspruch. Ich galt als der neue aufgehende Stern am „Online-Marketing“-Himmel (nicht zu verwechseln mit „Morgenstern“).

Der letzte Schritt der Heldenreise heißt bei Vogler „Meister der beiden Welten“, während er bei Campbell „Rückkehr mit dem Elixier“ heißt.

Natürlich stimmt wieder einmal beides. 

In Filmen kann man den letztem Schritt der Heldenreise ohne große Probleme erkennen, man schaue sich einfach das Finale an, die letzten Bilder. 

Man spürt dann quasi das Elixier. Es wird oft durch Sonnenaufgang symbolisiert, oder durch Ferne, Größe, Feierlichkeit, Erhabenheit, einen Kuss oder den Schwenk in den Himmel.

Der Held? Der ist nun nicht mehr so wichtig.  

Er ist zwar nun in beiden Welten zuhause. Er kennt sich in der anders-Welt nun genauso aus wie in seiner normalen Welt. Doch sein Job ist gemacht. Ein neuer Held wird bald auftauchen.

Wenn der Held Glück hat, wird man ihm eine Sage andichten. 

Wenn nicht, dann muss er es machen wie ich: die Sage selber schreiben.

Natürlich hatte auch ich ein Elixier mitgebracht! Ein Video-Elixier, das viele meine Zuschauer „heilen“ würde, oder zumindest anspornen, inspirieren, oder gar aufwecken.

Und selbstverständlich meisterte ich nun beide Welten gleichermaßen. Die Heimat wie auch die USA waren nun beides Welten, in denen ich tatsächlich lebte.

Die Vereinigten Staaten waren nun nicht mehr nur eine 35 Jahre alte Fantasie, sondern ein echter Teil meiner Erinnerung, meiner Gene, und meiner Seele.

Und natürlich steht längst fest, dass mich noch weitere Heldenreisen in meinem Leben erwarten.

Es muss ja keine „Reise“ irgendwohin sein. Es genügt Vater zu werden, auch das ist eine Reise!

Möglicherweise befinde ich mich derzeit wieder inmitten einer neuen Heldenreise, oder inmitten von 27 verschiedenen Heldenreisen, von denen eine bereits 36 Jahre dauert, und die andere vielleicht erst seit heute Mittag andauert…

Und wann immer eine Reise beendet ist, und du mit dem Elixier zu Hause bist, kannst du sicher sein, dass der Ruf des nächsten Abenteuers für dich ertönen wird…

Die Große Reise ist nie zu Ende. Die kleinen Reisen treiben das Leben voran. 

Wer das Gleichnis der Heldenreise versteht, der versteht eines der ewigen Geheimnisse des menschlichen Lebens. 

ZUSAMMENFASSUNG der 12. Schritte

Der Held… 

lebt in seine normalen Welt

erhört den Ruf des Abenteuers

weigert sich dem Ruf zu folgen

trifft seinen Mentor

überschreitet die große Schwelle in die Anders-Welt

erlebt die ersten Prüfungen

nähert sich der innersten Höhle

und durchlebt die höchste Prüfung

Nachdem er das Schwert ergriffen hat

kommt es zur schwierigen Rückkehr

und sogar zu seiner Wiedergeburt

bevor er als Meister beider Welten mit dem Elixier heimkehrt

 

Tim…

hat sich bequem eingerichtet in seinem Leben

und erhält eine Einladung nach Kalifornien

die er nach einigem Zaudern dann doch annimmt

lange Reisevorbereitungen trifft und sich beraten lässt.

Er überquert den Atlantik und die US-Grenze

bekommt es danach mit unerwarteten Hindernissen zu tun

verzweifelt an sich selbst und flüchtet so lange nach vorne

bis er von der tödlichen Klippe springt.

Nachdem nun der Knoten geplatzt war und er tolle Filme dreht

steht wochenlanges Schneiden an, wobei ihm Google auf den Fersen ist.

Er opfert seine wichtigste Webseite und bekommt dafür Lebenszeit geschenkt

und veröffentlich seine Filme letztlich kostenlos im Netz. 

 

Ich bestehe darauf dir zu sagen, dass ich nicht wusste was ich tat… doch leider, im Rückblick sieht es nun so aus, als hätte ich zu jeder Zeit genau gewusst was ich tat…

Doch genau so war es nicht!

Ich hatte keine genauer Ahnung von dem, was ich tat und was ich als nächstes tun würde. Aber oft genügt es im Leben, sich einfach mit bester Kraft nur auf das zu konzentrieren, was direkt vor einem liegt. 

Den Blick zu heben und nur auf den fernen Horizont zu fixieren kann dazu führen, dass man zu oft stolpert.

Auch gilt: Jede Heldenreise ist absolut unvorhersehbar. Und einzigartig. Obwohl sie ja nicht unvergleichlich ist – denn alle Heldenreisen ähneln sich. Man muss nur weit genug zurücktreten, um zu verstehen, was passiert ist.

Und doch weiß man nie, was als nächstes kommt – man weiß nur, DASS was kommen wird. 

Magic!

 

Vogler schreibt sinngemäß: Der Held bringt nicht nur das Elixier mit, sondern auch Hoffnung für die Zuhause-Gebliebenen. Er schenkt den Anderen einen neuen Blick, eine neue Perspektive.

Er schreibt außerdem: „Der Held erreicht jetzt einen Status, in dem er es schafft, den höchsten Nutzen all dessen, was er auf der Reise gelernt hat, in sein Leben zu integrieren. Dadurch wird sein Leben viel besser.“

Ich kann nur sagen: Oh ja! Mein Leben nach dem Goldrausch ist VIEL besser als das davor…

Im Epilog, dem letzten Kapitel dieser Webseite, werde ich darüber berichten (und auch ein paar frappierende Zahlen nennen). 

Doch bevor wir in die Zukunft springen erzähle ich noch schnell, was ich in den Wochen nach dem endgültige Launch mit meiner Goldrausch-Webseite gemacht habe 

Hier die Änderungen und Zusätze: 

  • Wie bereits berichtet: Das Header-Banner wurde ausgewechselt, aus goldenen Wolken wurde „Baywatch“.
  • Die ersten 4 Episoden wurden neu arrangiert, zusammengefasst, dann teilweise gelöscht und in der Reihenfolge geändert, nachdem ich mal per Webstatistik gemessen habe, wie lange Zuschauer auf welchem Video verweilen und welches das beste erste Video sei
  • Im Pilotfilm habe ich Untertitel hinzugefügt, weil ich nach dem Launch fand, dass der Wind akustisch meine Worte wegwehte…
  • Auch fügte ich an die ersten 7 Episoden Vorschauen auf die nächste Episode an
  • Ich verbesserte den Anmelde-Prozess (also das E-Mail eintragen), indem ich das Anmeldeformular auf die 2. statt auf die 3. Seite holte (was immer noch sehr schlecht ist, denn am besten sollte das E-Mail-Formular auf der ersten Seite sein, und zwar ganz oben…)
  • Ich fügte den Facebook-Like-Button hinzu! Eine weise Entscheidung… Somit konnten meine Zuschauer meine Serie auf ihrem Facebook-Profil „teilen“ – und das ist kostenlose „Social Media“-Werbung.
  • Statt 4 freien Videos gab es irgendwann nur noch 1 freies Video
  • Ich fügte eine Menge Text und Vorschaubilder hinzu, um auf einen Blick alle kommenden Videos kurz vorzustellen – bis dato vertraute ich auf die Kraft der ersten Videos, um die Zuschauer zum Weitergucken zu bewegen: ein Fehler! Die Leute wollen wirklich wissen was kommt, bevor sie ihre E-Mail hinterlassen!

Lektion erneut gelernt!!! Wenn du auf einer Webseite etwas verkaufen willst, egal was die Währung ist, die der Kunde hingegen muss (seine E-Mail-Adresse, oder Geld, oder viel Geld), dann musst du einen Verkaufstext hinstellen (oder ein Verkaufsvideo anbieten).

Ohne Text/Vorschau/Info über das Produkt verliert man 95% der möglichen Käufer. Sogar Hardcore-Fans wollen wissen, was sie von dir kaufen. Wenn es bereits Käufer-Testimonials gibt, umso besser: unbedingt veröffentlichen!!

  • Ich fügte irgendwann ein wirksames „Exit-Popup“-E-Mail-Formularhinzu. Das verdoppelte meine Anmelde-Rate für die Videoserie. Aha! 

Was ist ein Exit-Popup? Antwort: es erscheint, wenn der Besucher die Webseite verlassen will. Dann kriegt er unter die Nase gehalten, warum er unbedingt wenigstens seine E-Mail hinterlassen soll, bevor er für immer geht.

So sieht das Popup bei Marketing-Goldrausch aus – du hast es bestimmt schon gesehen:

 

popup

  • Ich fügte eine „WARNUNG VOR TIM“ hinzu: Darin veralbere ich mich selbst, indem ich mir unseriöses Geschäftsgehabe vorwerfe. Bevor es jemand Anderes macht, mache ich es lieber selber, so kann ich es wenigstens kontrollieren. Ich fand die Selbstverarsche so witzig, dass sie inzwischen auf fast allen meinen Webseiten steht, sogar auf www.timdaugs.com !
  • Ich fügte den Goldrausch meinem Partnerprogramm zu – siehe XXL-Affiliates.net – und bekam dadurch ein paar schöne Links auf meine Seite.
  • Nach 6 Monaten, als die große Welle vorbei war, fing ich an per Google die ersten Besucher für die Webseite zu kaufen. Leute, die noch nie etwas von mir gehört haben, kommen seitdem auf meine Seite, erblicken ein Baywatch-Banner, gucken in meine geschlossenen Augen, und wenn sie auf Play drücken, hören Sie „Als ich klein war…“ und wissen innerhalb von 3 Sekunden, ob sie für immer gehen, oder ob sie sich die ganze Serie anschauen werden.
  • Ich fügte ein abschließendes Umfrage-Video hinzu, um mir Feedback abzuholen, Kritik, Verbesserungswünsche, Produktvorschläge etc. Sehr interessant, was man da liest!!
  • Schließlich setzte ich noch Links auf alle meine eigenen Produkte unter diverse Episoden. Das sorgte dann dafür, dass der eine oder andere Goldrauschling nicht nur per E-Mail von meinen kommerziellen Produkten erfährt, sondern auch direkt auf der Goldrausch-Webseite. Allerdings habe ich solche Links nur sehr dezent gesetzt, und nicht zu häufig. Diese Art von „Quer-Subventionierung“ ist mit Vorsicht zu genießen, wenn sie zu aufdringlich ist, dann ist es Murks. 
  • Ebenfalls setzte ich noch ein paar Links auf fremde Produkte (vor allem Amazon-Links: vor allem Buch-Tipps und Film-Equipment), um ein paar Euro an Affiliate-Provisionen zu verdienen. Diese „indirekte Monetarisierung“ dank der Affiliate-Euros finanzieren das Video-Hosting komplett, so dass die Goldrausch-Seite längst kostenlos läuft, egal wie viele Terrabyte an Video täglich gestreamt werden.
  • Ich installierte einen Passwortschutz für die meisten Episoden.
  • und so weiter… 

Genauso wie das ganze Projekt eine Evolution durchlaufen hat, hat auch die Goldrausch-Webseite eine Evolution durchlaufen. Es kann sogar sein, dass sie inzwischen wieder anders aussieht.

Doch das Gerüst war auch noch nach einem Jahr klar erkennbar.

Folge mir nun also zu… „Ein Jahr danach.“

 

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